Historie

Chronik

 

Vorstand der TSG “Schwarz Gelb” im Jubiläumsjahr 1961
stehend von links: Roters, Hölscher, Herbert, Wimmer, Beckstett, Düding, Felchner, Rettig, Sandfort, Buer, Heineke, Kosfeld, Strüwer, Höltken, Engau, Fentjen, Fechtelkord sitzend von links: Weeke, Niehaus, Verhorst, Else Hoffmann, Roeßler, Eickholt, Dr. Stukenborg es fehlen: Bodderas, Disselkamp, Myska, Smrcek, Strenger

 


Von 1929 bis 1930 stärkste Riege im Gau.
von links: H. Kosfeld, Friedrich, Hunke, Lütkemaas, Kuhlmann, A. Kosfeld, Sandfort, Rabe

Die Ideale Jahns (der Turnvater kämpfte um die Einheit und Wiederbelebung der Werte der Deutschen) waren den Männern in Rheda Leitbild. Es waren auch in erster Linie Männer aus den alteingessenen Bürgerhäusern und Kaufmannsfamilien, von denen die Initiative für die Gründung ausging. Als im Sommer 1861 einige Männer beschlossen, in Rheda einen Turnverein zu gründen, zählte die Stadt an der Ems 2500 Einwohner.

Die Vereinsgeschichte der knapp 140- jährigen Turn- und Sportgemeinde “Schwarz-Gelb” von 1861 e.V. ist eine Geschichte mehrerer Vereine. Erst 1938 kam es zum Zusammenschluss heutiger Prägung.

Am 11. Juni 1938 fand im Saal Neuhaus die Gründungsversammlung der Turn- und Sportgemeinde von 1861 statt. Eingeladen hatten die drei Vorsitzenden der bisherigen Vereine:
Heinrich Sandfort (Turngemeinde von 1861), Josef Dreier (Sportverein “Schwarz-Gelb”) und Theo Vogt (TTC “Rot Weiß”). Das war die Geburtsstunde des heutigen Großvereins “Turn und Sportgemeinde Schwarz Gelb” von 1861 e.V..

Ein Mann, der dem alten Turnverein seinen (Kassen-) Stempel aufdrückte, muss hier noch erwähnt werden. August Kramme zählte zu den großen Idealisten. Er war ein Kassierer, dessen Sparsamkeit geradezu berüchtigt war. August Kramme zahlte prinzipiell keine Spesen. Dementsprechende Anfragen beantwortete er mit der nüchternen Feststellung “Nimm ein Butterbrot mit und deine Frau spart noch das Mittagessen für dich und ein Bier hättest du auch in Rheda getrunken”.
Auch heute wäre ein wenig mehr Idealismus wünschenswert.
1932 fiel die Entscheidung über den neuen Sportplatz. Verschiedene Plätze standen zur Verfügung, aber der Verein entschied sich für das städtische Gelände in der Hofwiese (heutige TSG- Kampfbahn). Noch 1932 wurde mit dem Sportplatzbau an der Gütersloher Straße begonnen. Der alte “Werl” sollte in naher Zukunft ausgedient haben.

Das Jahr 1933 beendete die demokratischen Spielregeln innerhalb des Sportvereins “Schwarz- Gelb”. Willy Riester gab bekannt, dass das Vereinsleben jetzt nur noch nach dem Führerprinzip geregelt wird. Der 1. Vorsitzende Willy Riester wurde zum Vereinsführer ernannt. Im Sommer 1933 wurde die neue Platzanlage an der Gütersloher Straße ihrer Bestimmung übergeben. In den Kriegsjahren ruhte das Vereinsleben nahezu.

Bereits am 27. Januar 1946 fand die erste Generalversammlung der Rhedaer Sportler nach dem Krieg im Saal Neuhaus statt. Zu jenem Zeitpunkt war der Sportbetrieb (vornehmlich Fußball und Turnen) wieder angelaufen. Es musste aber auch eine sehr traurige Bilanz gezogen werden. 53 Sportler aus allen Abteilungen waren gefallen, 72 vermisst bzw. ihr Schicksal noch unbekannt und 102 weilten in der Gefangenschaft.
Der Sportplatz war noch im letzten Kriegsjahr umgepflügt worden. Auf ihm stand kümmerliches Getreide. In einer gewaltigen Selbsthilfeaktion wurde das Spielfeld wieder hergerichtet. Einige Jahre musste zunächst noch auf dem “Werl” gespielt werden. 1948 wurde unter der Regie von Ernst Böcker mit dem Bau des Sportheims begonnen.

Die Asse der Turnabteilung.
von links: Krawinkel, Ruscheweyh, Kuhr, Feichner, Beilharz, Hüllen
und die Turnerinnen: Blaise, Winkler, Strothmann, Schmidt, Teckentrup

Rhedas Fußballchronik 

Mehr als ein Spiel. Das ist einer der vielen Slogans, die geprägt wurden, um die Faszination des Fußballspiels zu erklären. Denn was das Reglement zum Fußballspiel bestimmt, ist ein unzugänglicher Rahmen für das, was Fußball wirklich darstellt. Fußball ist ein Naturereignis.
Seit über 100 Jahren gibt es den organisierten Fußball, seit über 100 Jahren beobachtet man das Phänomen, das sich über die ganze Erde ausgebreitet hat. Seit bald 3000 Jahren gibt es Spiele, die sich mit Fußball in etwa vergleichen lassen. Seit 1908 wird in Rheda Fußball gespielt. In diesem Jahre gründeten sich die “reinen” Fußballvereine “Merkuria” und “Viktoria”.
Die Mitglieder waren nahezu ausschließlich im Jugend- und Schüleralter und sie hatten es nicht leicht, denn Fußball war im ersten Jahrzehnt des zwanzigsten Jahrhunderts noch verpönt und teilweise sogar verboten. Die Spiele wurden teilweise unter Ausschluss der Öffentlichkeit durchgeführt. Die Senioren spielten zunächst im Bezirk Ravensberg- Lippe, wurden dann aber dem Bezirk Hellweg zugeteilt. Schon 1925 gelang der Aufstieg in die A- Klasse.

1930 wurde dann in einem dramatischen Spiel auf der Wiedenbrücker “Reitbahn” der Aufstieg in die Bezirksklasse erkämpft. 5:3 gewannen die Rhedaer vor 6.000(!) Zuschauern dieses Spiel.

Die größten Erfolge stellten sich erst nach dem 2. Weltkrieg ein. Schon 1945 rollte der runde Lederball wieder. Erste Gegner waren englische Soldatenmannschaften. Bereits 1948 wurde die Mannschaft Kreismeister und stieg in die Bezirksklasse auf.

 

Fußballtreffen im Juni 1948 – TSG Rheda gegen Hertha BSC Berlin
Für TSG spielten: R. Macleczyk, J. Noltenhans, F. Waterhölter, K. Fieber, K. Vösling, W. Kelp,
K.-H. Wenningkamp, W. Tolle, K. Schöning, H. Schulte, R. Gravilovic

1952 gelang der Aufstieg zur Landesliga. Das entscheidende Spiel fand in Rheda gegen Grün- Weiß Bielefeld statt. Vor vielen tausend Zuschauern verwandelte Willy Röwekamp eine Ecke direkt und dieses Tor bedeutete den Aufstieg.
1958 gelang der Aufstieg in die höchste deutsche Amateurklasse. Nach dem Abstieg aus der höchsten Amateurklasse in der Saison 1959/60 gelang der sofortige Wiederaufstieg mit folgender Mannschaft:

stehend von links: Obmann Düding, Frymark, Neumann, Heß, Herbert, Hesse, Röwekamp,
Kindermann, Gertheinrich, Trainer Nolting – davor: Koch, Juhnke, Juretko
vom Stamm fehlen: Kropsch, Knoth, Ückmann

Auch sollte noch erwähnt werden, dass einige TSG- Spieler den Sprung in den Vertragsfußball schafften. Bernhard Wessel wurde Vertragsspieler bei Borussia Dortmund, des weiteren wurden Vertragsspieler Hermann Wollhöfer, Werner und Willy Hesse, Heinz Frymark und Karl- Heinz Heringhaus.

1992 gliederte sich die Fußballabteilung aus der TSG Rheda aus und fusionierte mit der DJK Rheda. Nach ersten Identifikationsproblemen mit dem neuen Verein erfolgte in den nächsten Jahren eine kontinuierliche Weiterentwicklung, die mit dem Aufstieg in die Verbandsliga (fünfte Liga) im Jahr 1999 ihren vorläufen Höhepunkt fand.

In der heutigen Gesellschaft ist ein Sportverein nicht nur unter sportlichen Aspekten zu betrachten, sondern vielmehr übernimmt er auch sozialpolitische Aufgaben:

– Integration von Randgruppen
– Zusammenführung der verschiedenen sozialen Klassen
– Teamgeistentwicklung
– Schulung des sozialen Verhaltens in einer Gruppe

Vereinsgeschichte DJK Rheda

Der Sportverein DJK Rheda wurde 1920 in der Gaststätte Nigges gegründet. Der erste Vorsitzende war Hermann Meier to Berens. Von 1928 bis zu seinem Tode im Jahre 1930 leitete Josef Rieder den Verein. Der dritte Vorsitzende war bis zum Jahr 1934 Hermann Teckentrup. Aufgrund der Kriegsjahre begann eine schwere Zeit, da kein öffentliches Auftreten mehr erlaubt war. Erst 1953 versuchten sieben Anhänger die DJK zu neuem Leben zu erwecken, angeführt von Heino Wolf.

Einen Aufschwung erlebte die DJK in den 60er Jahren, in denen sich Gerd Teckentrup als Geschäftsführer intensiv um die Jugendarbeit bemühte.
Das Jahr 1968 brachte den Verein einen Schritt nach vorn. Die Stadt Rheda erstellte für die DJK am Frankenbrink ein Sportgelände, auf dem sieben Mannschaften Ihren Spielbetrieb abwickeln konnten. Die intensive Jugendarbeit zahlte sich 1974 aus. Die 1. Fußballmannschaft stieg in die 1. Kreisklasse auf. 1975 war dann für die DJK ein schwieriges Jahr.
Nach dem Tode des Geschäftsführers Gerd Teckentrup musste der Verein neu geordnet werden. Die 1. Mannschaft konnte sich leider in der neuen Umgebung nicht behaupten und stieg wieder in die 2. Kreisklasse ab. Bereits 1976 wurde der Wiederaufstieg ins Kreisoberhaus geschafft. In einem dramatischen Entscheidungsspiel in Marienfeld wurde der VfB Gütersloh in der Verlängerung 4:3 besiegt. Die Torschützen für Rheda: Werner Dörner, Dieter Kelp und zweimal Wolfgang Busche.
Der Sprung in die Bezirksliga blieb der DJK Rheda bis zu der Fusion mit der TSG Rheda leider versagt.